Eastside-Tour – Etappe 5: Hohenwutzen – Penkun (~ 85 km)

Tschüss Oder, hallo Mecklenburg-Vorpommern!

Trotz „Heimatfest“ im Dorf, haben wir prima geschlafen, die kleine Pension glänzte nicht nur mit guten Preisen, sondern auch mit ausgesprochen netten Mitarbeiterinnen! Das Frühstück kam von Herzen, für uns (Hagen isst ja keins) viel zu viel Fleisch, aber das war sicher mehr als gut gemeint.

Frühstück

Nachdem wir den regen Autoverkehr von Berlinern zum naheliegenden Polenmarkt bestaunt hatten, ging es auch schon los. Der Weg führte uns zwischen Oder und Friedrichsthaler Wasserstraße entlang, Wasser links, Wasser rechts.

Links Wasser, rechts Wasser

Durch das untere Odertal ging es bei leichter Bewölkung weiter. Die war nicht wirklich schlimm, jedoch machte uns der Wind sehr zu schaffen. Nicht nur stärker als gestern, sondern auch konstant von vorn, ohne Windschatten durch ein paar Bäume. In gepflegter Tour-de-France-Manier wechselten wir kilometerweise durch um uns immer mal im Windschatten des anderen zu erholen. Bis auf einige Radfahrer, denen man mit wissendem Blick zunickte, waren wir allein. Das gesamte Gebiet ist unbewohnt und bietet so idealen Raum für allerlei Vögel. Wir sahen nicht nur wie schon oft die letzten Tage reichlich Graureiher, sondern auch Silberreiher und einen Schwarzstorch. <3 Außerdem gab es Beschilderung passend zu den letzten Tagen, immer wieder hatten wir festgestellt, dass die Entfernungsangaben der Rad-Beschilderung nicht stimmt, so wurden aus 12 km schnell 18 km… hier war man wenigstens so ehrlich und gab gleich mehrere Entfernungen an.

Die Auenlehmböden des Lunow-Stolper-Trockenpolder, also der Bereich zwischen Kanal und Oder, wird zudem landwirtschaftlich genutzt, die Böden sind sehr ertragreich. Zur großen Freude gab es hier nach diesem trockenen Sommer sogar grünes Gras zu sehen.

Der Wind zehrte so langsam nicht nur an den Beinen, sondern auch am Gemüt. Welch Freude, als in der Ferne die ersten Häuser von Schwedt zu sehen waren

Schwedt ist/war vor allem berühmt für sein berüchtigtes NVA Gefängnis, die PLZ des Grauen. Auch als Wirtschaftsstandort stark zu DDR-Zeiten, damals eine sehr junge Stadt. Übrig geblieben sind Plattenbauten in bestechend schöner Lage, direkt am Kanal. Und sehr viele alte Leute. Bis in die Altstadt haben wir es nicht geschafft, das „Bauten-Fest“ am Ufer bremste uns, und wir kehrten in die nächste Bäckerei ein. Kaffee und Kuchen als Stärkung gegen den Wind.

Kaffee & Kuchen

Wir hatten erst 34 Kilometer geschafft und waren schon ziemlich hinüber. Hinter Schwedt ging es weiter am Kanal lang. Weiter gegen den Wind. Welch eine Erleichterung, als es kurz hinter Gatow auf die andere Kanalseite ging, in den uckermärkschen Wald. Die kleinen Hügel waren eine regelrechte Erholung im Vergleich zum Wind, und die vereinzelten Bäume im Weg ließen sich elegant umkurven.

Ab Friedrichsthal dann Umleitung, eine Deichbaustelle versperrte den Weg. Die Beschilderung aber war top, und die paar Kilometer mehr brachten immerhin die erwartete Aussicht in der Uckermark – ein weites Land voll nix 😉

Endlich war Gartz (Link) erreicht. Wir inzwischen wirklich knülle. Hier gab es wieder eine halbe Kirche zu sehen.

…und Eis an der Marina. Ansonsten kann man Gartz auch weglassen, irgendwie echt deprimierend der Ort. Dafür wurde der Weg danach um so schöner, nach Mescherin führte er links vom Kanal durch einen zauberhaften Wald, mit Sumpfgebiet und kleinen Bergen, wie im Märchen.

Großartig Bilder machen war nicht, wir sausten nur so durch. Bald war Mescherin erreicht, hier verabschiedeten wir uns vom Kanal – bzw der Westoder – und radelten ins Landesinnere. Wir hatten zwischenzeitlich eine Unterkunft in Penkun aufgetan, und dank eines Tipps der Vermieterin kürzten wir ein bisschen ab und fuhren über Geesow nach Tantow. Eine wilde Berg- und Talfahrt zwischen Feldern. Die Eiszeit war hier fleißig! Dafür gab’s aber auch einen tollen Blick im strahlenden Sonnenschein.

Durch die geänderte Streckenführung gab’s dann vor llem endlich auch mal Rückenwind, wir flogen regelrecht über die Hügel, und passierten müde endlich die Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern. Endlich tauchte am Horizont der Kirchturm von Penkun auf. Der finale Kilometer wurde von massenhaft leckeren Birnenbäumen versüßt.

Bald war die Unterkunft gefunden, wo uns 3 zuckersüße Dackel (ja wirklich süß!) begrüßten. Das Wohnzimmer wie ein Puppenhaus, der Schlafraum thematisch Afrika – alles bis ins letzte Detail. Wir haben zwar Angst was anzufassen ;), sind aber super herzlich empfangen worden. Fetzt.

Ein Spaziergang brachte uns zurück in die Ortsmitte, ein Speiselokal war gefunden. Nach dem verdienten deftigen Essen ging es mit Spazierrunde über das Schloss zurück – das Bett ruft. Beeindruckend in diesem Ort auf jeden Fall, wie manch einer seine Kirschen vor den Vögeln schützt.

Gollum wäre stolz…

P.S. Dieser Beitrag erscheint in Ermangelung von Internet wieder zeit-verzögert. Der Vermieterin ist kein Vorwurf zu machen, die Bemühungen für WLAN war da – inklusive WLAN Repeater – nur leider verkonfiguriert und niemand da der ihr das reparieren konnte. Ich hatte keins erwartet, also ist es ok. Trotzdem natürlich das Pflichtgenöle über die mangelhafte Netzabdeckung – würde es diese geben, wäre ich nicht auf WLAN angewiesen und meine herzlich gute Vermieterin für diese Nacht hätte eine Sorge weniger – weil sie sich dann nicht auch noch mit so einem Quatsch beschäftigen müsste.

 

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